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Bullying – Mobbing unter Schülern

Unter Bullying wird eine Form des Mobbing verstanden, die weniger subtil und mit mehr körperlicher Gewalt betrieben wird: Mit ‚Tyrannisieren‘ oder ‚Drangsalieren‘ lässt sich Bullying gut übersetzen. Im deutschsprachigen Raum wird Bullying daher im Zusammenhang mit Mobbing unter Kindern und Jugendlichen in der Schule benutzt.

In einer Querschnittstudie an einer Münchner Grundschule haben Mechthild Schäfer, Privatdozentin vom Institut für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, und ihre Mitarbeiterinnen die komplexen sozialen Interaktionen untersucht, zu denen schon Grundschüler fähig sind. Das Spektrum des Bullying reicht dabei von verbalen Attacken und Demütigungen bis hin zu körperlichen Angriffen.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass Opfer und Verteidiger in ihren Rollen in den ersten Schulklassen meist verhaftet bleiben. Die Täter (Bullies) hingegen sind weniger festgelegt. Ab der dritten Klasse gilt aber: Einmal Täter, immer Täter. Die physische Gewalt wird etwa ab dem achten Lebensjahr durch psychologische Formen abgelöst. Dabei gilt auch unter Schülern, dass die Gewalt vom Stärkeren ausgeht und einen vermeintlich Schwächeren trifft.

Auffällig ist die gezielte, systematische und wiederholte Ausübung der Angriffe. Das Opfer wird aus der Klasse isoliert und attackiert. So schutzlos ist der Schüler dem oder den Bullies ausgeliefert. Doch das Phänomen ist komplexer: Aus Angst, selber Opfer zu werden, stellen sich viele Schüler auf die Seite der Täter und tolerieren das Missverhalten. Hinzu kommen Außenstehende und Verteidiger des Opfers und Assistenten und Verstärker des Täters. Weil das Verhalten und Bullying Auswirkungen auf die persönliche, körperliche und schulische Entwicklung des betroffenen Schülers hat, müssen Lehrer und Eltern ganz genau hinsehen und sich nicht manipulieren und instrumentalisieren lassen.

Die Opfer müssen geschützt werden und das Fehlverhalten der Täter ‚bestraft‘ werden. Da es beim Bullying um eine Mischung von aggressiven und prosozialen Verhaltensweisen geht, ist es für Außenstehende nicht immer leicht zu erkennen. Die jungen Täter verfügen häufig schon über ausgeprägte soziale Kompetenzen, so dass sie ihr Verhalten häufig geheim halten können und geeignete Reitpunkt und Orte für ihre Attacken finden. Die Studie ergab auch, dass ein Opfer in der Grundschule nicht zwangläufig auch ein Opfer in der weiterführenden Schule sein wird.

23.03.09
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