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Neuköllner Internat für Schulschwänzer noch namenlos

Sie kommen aus problematischen Verhältnissen, weisen vielfach einen Migrationshintergrund auf und waren in der Schule bisher eher selten. Seit diesem Schuljahresbeginn sind sie Schüler des ersten Schulschwänzer-Internats Deutschlands.

Wie Bildungsweb berichtete (04.09.2009) hat Deutschlands erstes Internat für Schulschwänzer in Berlin seine Pforten geöffnet. Als Privileg und Identifikationsangebot durften die Schüler selbst den Namen der Schule bestimmen.

Die Schüler entschieden sich für krasse Namen wie „Neuköllner Knackis“ oder FDE (Fickt die Erzieher) – Schulnamen, die bei den Lehrern nicht gut ankommen. Die Schüler beschweren sich ebenso über die Kontrolle und die strengen Regeln, ihr Handy dürften sie nicht benutzen, morgens müssten sie rechtzeitig aufstehen und zur Schule gehen und nachmittags ihre Hausaufgaben machen. Hinzu kommen Hausputz, Kochen und Einkaufen – Dinge, die ihnen vorher so fern waren wie ein Sonnenurlaub auf den Malediven. Und nun erinnert sie ihr Tag viel mehr an einen Aufenthalt im Gefängnis: Aufstehen um 6.30 Uhr, um 18 Uhr müssen sie im Internat sein, gegen 21 Uhr heißt es Nachtruhe.

Die Jugendlichen sollen stolz sein, in das Internat gehen zu dürfen, doch die Wirklich sieht hier anders aus, wenn man ihre Geschichten genauer anschaut: Sie tun es ihren Eltern zuliebe, oder weil sie ins Heim oder ganz ins Gefängnis gekommen wären.

Die Frage nach dem Namen des Internats bleibt bis auf Weiteres ungeklärt.

 

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29.10.09
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